Donnerstag, 16. Juli 2009

Leben bei „Stern im Norden“ – von Patrizia Müller

Heute haben wir unseren letzten Einsatztag bei „Stern im Norden“. Nochmals geben alle Teams Vollgas! Es tummeln sich viele Kinder auf dem grossen Innenhof des Zentrums, das von vielen grossen Bäumen umgeben ist. Mittendrin steht ein Betonmischer und nebenan werden Steine verlegt. Wir vom Teenieteam bereiten uns auf das Abschlussfest vor. In der Küche bereiten wir zusammen mit einigen Teens das Essen vor. Es soll ein Kulturabend werden, wir wollen die Schweiz etwas vorstellen, u.a. mit Schoggifondue. Karin wird aus ihrem Leben erzählen und ein extra kurzes Zeugnis geben (nur 3 Minuten! – sonst werden die Teens nicht mehr zuhören). Wir freuen uns auf den Abend und sind auch gleichzeitig gespannt, wie es werden wird.

Jeder Abend verläuft anders. Manchmal ist die Stimmung friedlich, manchmal ist sie aggressiv. Im Schnitt besuchen 10-20 Jugendliche das Teenieprogramm zwischen 18.00 – 22.00 Uhr. Eigentlich sollte um 21.00 Uhr Schluss sein, aber es gibt immer Verlängerung bei den Jungs, die fast alle miteinander verwandt sind. Wir machen mit ihnen Spiele (Pokern, Ligretto, Uno, Dog, Wii, Playstation), ein Quiz oder interaktive Spiele. Es braucht Geduld und eine laute Stimme, um Spielregeln zu erklären, bis es endlich alle am Spiel Teilnehmenden verstanden haben. Die Jugendlichen haben grossen Spass an den Spielen. Manchmal bieten sich Gelegenheiten mit den Jugendlichen persönliche Gespräche zu führen. Jedoch ist es schwierig bis unmöglich in der kurzen Zeit des Einsatzes eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen aufbauen zu können, damit wir auch tiefere Gespräche und Gespräche über den Glauben mit ihnen führen können. Jedoch glaube ich fest, dass sie sehen, dass wir andere Werte haben als sie und dass sie das neugierig macht. Auch freuen sie sich sehr darüber, dass wir extra wegen ihnen nach Dortmund gekommen sind. So will ich Gott vertrauen und beten, dass er an ihren Herzen wirkt, dass sie sie für seine Botschaft öffnen. Das Teenieteam vom „Stern im Norden“ durfte über die vergangenen vier Jahre schon Veränderungen an den Jugendlichen miterleben, ich wünsche ihnen, dass sie eines Tages auch echte Frucht sehen werden. Toll, dass wir so eine längerfristige Arbeit unterstützen dürfen.

Der „Stern im Norden“ liegt inmitten eines Ausländerquartieres. Wenn ich durch die Strassen gehe werde ich an London oder Mailand erinnert, aber nicht an eine Stadt in Deutschland. Man hört auch wenig Deutsch hier. Wir geniessen die Gelati beim Italiener. Mittlerweilen ist es auch hier im Norden warm geworden und der Sommer ist zurückgekehrt.

Die Gemeinschaft im Team ist super. Es herrscht eine offene, herzliche sehr familiäre Atmosphäre. Jeder gibt sich 100% ins Team hinein und jeder ist 100% wichtig bei uns. Wir sind ehrlich zueinander und versuchen einander zu unterstützen und zu fördern, wo wir nur können. Es gibt ernsthafte Gespräche, die die Nächte kurz werden lassen und unser Denken und unsere Ansichten verändern. Wir fühlen uns sehr wohl unter der Leitung von Pesche und Steffi Reusser und sind ihnen sehr dankbar für ihren tollen Einsatz! Wir machen auch viele Spiele – gestern Abend sogar auf der Dachterrasse unter dem Sternenhimmel. Wir lesen gemeinsam ein Buch (Mädchen/-zimmer) über das Leben von Sabatina, einem pakistanischen Mädchen. Wir freuen uns auf das Grillfest von morgen Abend. Es ist schade, ist dieser Einsatz bald vorbei – wir werden ihn sicher nie vergessen.

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